Zukunft Zuckerrübe

Beschlüsse zur Zuckermarktordnung (Juni 2013): Zuckerrübenanbauer stellen sich Herausforderung


04.07.2013


Der Agrarrat und das Europäische Parlament haben sich über die Reform der Agrarpolitik und die Zuckermarktordnung geeinigt. Die Zuckerquotenregelung wird entgegen der Forderungen der Rübenanbauerverbände und Zuckerindustrie nur noch bis zum 30. September 2017 verlängert. Die Ernte 2016 wird somit letztmals unter einer Quotenregelung vermarktet.


Diese wichtige politische Vereinbarung schließt aber auch eine Regelung für die Zeit ab dem 1. Oktober 2017 ein. Nach einer harten Reform im Jahr 2006 muss die europäische Zuckerwirtschaft jetzt in wenigen Jahren nochmals eine Kehrtwende der Politik nachvollziehen. Der Agrarrat ist damit nicht dem Willen des Europaparlamentes und der Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Hessen gefolgt. Noch vor wenigen Tagen hatten alle die Forderung nach einer Fortsetzung bis mindestens 2020 bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Worms erneuert.


„Die bittere Pille der fehlenden Quoten und sicheren Inlandsproduktion werden die europäischen Verbraucher und Arbeitnehmer noch schmecken. Wer eine funktionierende Regelung von Mengen und Preisen bewusst zerstört, ohne zu wissen, wie es später funktioniert, muss auch Verantwortung dafür übernehmen“, forderte der Verbandsvorsitzende Walter Manz in einem ersten Statement zu der Einigung. Zuvor hatte der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, Dr. Hans-Jörg Gebhard, unmittelbar nach Bekanntwerden der neuen Beschlüsse gefordert, dass die EU-Kommission ein funktionierendes Sicherheitsnetz im Falle von Marktstörungen ebenso wie einen Verzicht auf weitere Einfuhrzugeständnisse gewährleistet.


Auch über 2017 hinaus soll jedoch die ausgewogene Verteilung von Rechten und Pflichten von Rübenanbauern und Zuckerindustrie über sogenannte Branchenvereinbarungen geregelt werden. Diese vertraglichen Rahmenbedingungen sicherten bisher in Kombination mit der Quotenregelung das gute Funktionieren der Zuckerwirtschaft. Somit konnte wenigstens ein Teil der bewährten Regeln erhalten werden, was der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. in Übereinstimmung mit der Vereinigung Europäischer Rübenanbauer (CIBE) ausdrücklich begrüßt. „Die Zuckerrübenanbauer werden auch in Zukunft gemeinsam mit der Zuckerindustrie die Probleme auf der Basis von Branchenvereinbarungen angehen“, erklärte der Verbandsvorsitzende Walter Manz. „Gerade im Bereich der süddeutschen Zuckerwirtschaft bestehen durch die Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG hierfür gute Voraussetzungen.“


Für die Zuckerrübenanbauer in Hessen-Pfalz sieht der Geschäftsführer des Verbandes Dr. Christian Lang alle Arbeitsfelder gut bestellt. Eine fortschrittliche Organisation von Ernte und Transport wurde gerade in diesem Jahr für das gesamte Verbandsgebiet auf den Weg gebracht. Drei große bäuerliche Organisationen werden ab 2014 die Zuckerrübenernte von fast 20.000 ha einfahren. „Für den nachhaltigen Anbau der Rübe wird uns das Projekt Zukunft Zuckerrübe neue Erkenntnisse über wichtige Schädlinge und zukünftige Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel liefern“, erklärte der Geschäftsführer. Nach 300 Jahren Zuckerrübenanbau in der Region sei die Zuckerrübe eine hervorragende Kultur im hessisch-pfälzischen Ackerbau. Zudem habe man mit Offstein als einer der größten Zuckerfabriken der Südzucker AG eine hervorragende Basis für die Zukunft.


Die Isoglukose, ein Ersatzstoff für Zucker aus Getreide oder Mais, der in vielen Getränken und Fertiggerichten zum Einsatz kommt, werde wahrscheinlich die zu erwartenden Schwankungen des Zuckermarktes verstärken. In den nächsten Monaten werde man jedoch Konzepte für die Zukunft des Zuckerrübenanbaus nach 2017 gemeinsam mit der süddeutschen Zuckerwirtschaft diskutieren und entwickeln. „Damit müssen wir jetzt beginnen, damit wir den instabilen Märkten der Zukunft eine möglichst optimal gestaltete Zuckerwirtschaft entgegensetzen können“, erklärte der Verbandsvorsitzende.








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