Zukunft Zuckerrübe
Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung und Förderung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz

Das Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung und Förderung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz wurde als Reaktion auf den erhöhten wirtschaftlichen Druck, dem die zuckerrübenanbauenden Betriebe durch die Reform der Zuckermarktordnung ausgesetzt sind, ins Leben gerufen. Der Verband und die Arge Zuckerrübe Südwest führen das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück durch. Weiterer wesentlicher Projektpartner ist das Land Rheinland-Pfalz, das sich an der Finanzierung beteiligt.

Das Gemeinschaftsprojekt gliedert sich in fünf Teilprojekte:

Teilprojekt 1: Management von Nematoden-Population in Zuckerrüben-Raps-Fruchtfolgen unter Einbeziehung der Ausfallrapsbekämpfung

Die Bereitschaft Raps in den typischen Rübenanbauregionen anzubauen wächst in der Praxis kontinuierlich. Zusätzlich wird aus Gründen des einfacheren Managements die Integration von Raps in die Rübenfruchtfolge gefordert. Allerdings sind die pflanzenbaulichen Folgen für beide Kulturen noch nicht absehbar. Das Gemeinschaftsprojekt soll deshalb klären, ob die Bestellung beider Kulturen möglich ist, ohne den lukrativen Anbau der Zuckerrübe zu gefährden. In Teilprojekt 1 wird daher die Veränderung der Nematodenpopulation in Rüben-Raps-Fruchtfolgen untersucht. Zusätzlich wird ein Monitoring in Rheinland-Pfalz und Hessen betrieben, um einen Einblick in Nematodenpopulationen auf Praxisflächen zu erhalten.

Versuchsanlage in St. Johann
Entnahme der Bodenproben für die Nematodenanalyse
Moderne Mikroskoptechnik zur Auszählung von Heterodera schachtii (Rübennematoden)
Teilprojekt 2: Auswirkungen von Zwischenfrüchten auf den Krankheits- und Schädlingsbefall im Zuckerrüben- und Rapsanbau

Mittlerweile befinden sich zwar nematodenresistente und- tolerante Zuckerrübensorten auf dem Markt, jedoch kann auch künftig nicht auf den Anbau von Zwischenfrüchten verzichtet werden, da resistente Zwischenfrüchte eine besondere Rolle in der Bekämpfung von Nematoden spielen. Allerdings stellen sie gleichzeitig auch eine Vermehrungsquelle für andere Schaderreger dar. Auf Grund dessen werden im Teilprojekt 2 des Gemeinschaftsprojektes Versuche mit dem Anbau verschiedene Zwischenfrüchte angelegt. Hier wird der Einfluss der Zwischenfrüchte auf die Nematodenpopulation untersucht, aber auch die Gefahren der verschiedenen Fruchtfolgeglieder geprüft. Unterstützt wurde das Teilprojekt im Jahr 2009/2010 durch eine Bachelorarbeit an der FH Bingen.

Streifenversuch mit verschiedenen Zwischenfrüchten in Mainz
Teilprojekt 3: Umweltwirkungen veränderter Zuckerrübenanbausysteme in Trockengebieten

Durch einen ganzjährigen Zuckerrübenanbau (Sommer- und Winterrüben) können die Anbausysteme in den nächsten Jahren/Jahrzehnten erheblich verändert werden. Allerdings erfordert der Anbau von Winterrüben in Rheinland-Pfalz eine Neubewertung der damit verbundenen Folgen für Umwelt und Produktivität. Grundsätzlich können durch den Anbau von Winterrüben die Wasserreserven im Winter effektiver genutzt werden. Völlig offen ist jedoch noch die Frage nach der Wasserbilanz unter Winterrüben im Vergleich zu Sommerrüben oder anderen Kulturen. Diese Frage versucht das Gemeinschaftsprojekt mit dem Teilprojekt 3 zu klären. Dazu wird auf 2 Versuchsstandorten die Wassereffizienz von Winter- und Sommerrüben, Weizen und Brache mit Hilfe von Wetterstationen und Watermarksensoren überprüft. Auch das Teilprojekt 3 wird durch eine Bachelorarbeit an der FH Bingen unterstützt.

Aufbau der Wetterstation und Abrufen der Wetterdaten
Teilprojekt 4 und 5: Verbesserung der Flächenstruktur in hessisch-pfälzischen Zuckerrübenbetrieben und Ermittlung von Verbesserungsansätzen der Beratungsstrategie und/oder -umsetzung

Die Teilprojekte 4 und 5 beschäftigen sich im Wesentlichen mit den beiden Teilbereichen „Flurbereinigungsverfahren und Flächenstruktur“ und „landwirtschaftlicher Wegebau“. Beide Bereiche nehmen einen großen Einfluss auf die Rentabilität eines Betriebes und sind deshalb elementar wichtig für die Erhaltung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz. Die Erarbeitung eines Beratungskonzeptes erfolgt unmittelbar begleitend in den Teilprojekten 1-4 durch die Umsetzung der dort erzielten Ergebnisse in die Beratungspraxis.

Ziel des Teilprojektes ist es Informationen zu bündeln und Transparenz zu schaffen, um somit Praxis und Politik für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Ein erster Schritt ist im Jahr 2009 durch Veröffentlichung einer Informationsbroschüre zum Thema „Wegebau“ gelungen. Eine weitere zum Thema „Flurbereinigung und Strukturverbesserungsmaßnahmen“ soll in diesem Jahr folgen.

Auskoffern eines Weges bis hin zum fertigen Schotterweg
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Gut zu wissen!

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