Zukunft Zuckerrübe

  

Forum Zukunft Zuckerrübe 2015:

Zukunft durch Forschung und Beratung aktiv gestalten!

 

 

Axel Siekmann, Jonas Fischer, Pascal Kremer, Mareike Grüter und Marie Reuther (v.l.) stellten aktuelle Ergebnisse vor.
"Die Impulse sind von der Praxis ausgegangen", hob Dr. Erich Jörg hervor. (Foto v.l.: Dr. Erich Jörg, Harald Bauer, Dr. Sabine Fabich, Dr. Rainer Schechter, Christoph Kunz)

 

Packen Nematoden-Männchen nach dem Befruchtungsakt tatsächlich ihre Sachen und ziehen ab in den Süden? – Diese Frage musste beim Forum Zukunft Zuckerrübe des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. am 10. September zunächst noch unbeantwortet bleiben. Darüber hinaus wurde den ca. 300 Besuchern jedoch eine breite Palette an Informationen, aktuellen Forschungsergebnissen und Grundlagen für den zukünftigen Ackerbau geboten. Dabei standen vor allem die jungen Forscherinnen und Forscher im Gemeinschaftsprojekt „Zukunft Zuckerrübe“ im Mittelpunkt bzw. auf der Rednerbühne.

Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken lobte in ihrem Impulsreferat die erfolgreiche Kooperation im Rahmen des Projektes und betonte die Wichtigkeit solcher Projekte und Umweltmaßnahmen für einen nachhaltigen und umweltgerechten Zuckerrübenanbau. Sie sagte daher auch ihre weitere Unterstützung für eine Fortsetzung der Forschungsarbeiten zu.

Die Grußwortredner Thorsten Wehner, Mitglied im rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsausschuss, und Eberhard Hartelt, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd e.V., lobten ebenso die im Rahmen des Projektes gebündelten Aktivitäten zur Zukunftssicherung des Rübenanbaus.

Agieren statt reagieren

Dank der Projektarbeit habe man die Möglichkeit, die Zukunft des Zuckerrübenanbaus noch aktiver mitzugestalten, erklärte der Verbandsvorsitzende Walter Manz. „Und das ist von ganz entscheidender Bedeutung. Denn nur, wer agiert und nicht nur reagiert, wird langfristig erfolgreich sein!“ Das gelte jetzt mehr denn je angesichts der bevorstehenden Marktordnungsreform, deren Auswirkungen bereits heute spürbar sind, und angesichts eines grundsätzlich schwierigen Marktumfeldes.

Manz lobte das große Engagement der Projektmitarbeiter und dankte ebenso den Projektförderern: den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Hessen, dem Kuratorium für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau, der Strube GmbH & Co. KG, dem Klimakompetenzzentrum Rheinland-Pfalz sowie der Stiftung Südwestdeutscher Zuckerrübenanbau. „Wir haben mit unserer Projektarbeit bereits schöne, sichtbare Erfolge erzielt, auf denen wir uns jetzt aber nicht ausruhen dürfen!“ betonte er. Er kündigte daher an, dass sich der Verband auch weiterhin mit aller Kraft für eine unabhängige Forschung, Entwicklung und Beratung einsetzen werde und eine Fortführung der Projektarbeit anstrebe. Dafür warb der Verbandsvorsitzende auch weiterhin um die Unterstützung der Partner in Politik und Industrie.

Auch für Südzucker sind Forschung, Entwicklung und Beratung die Basis für den bisherigen und zukünftigen Erfolg, wie Dr. Rainer Schechter, Leiter des Geschäftsbereiches Zucker/Rüben, in seinem Referat betonte. Er zeigte auf, dass bei der Zuckerrübe in den vergangenen 25 Jahren eine Ertragssteigerung um 63 % realisiert werden konnte, während gleichzeitig Stickstoff-Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz um 31 bzw. 75 % reduziert wurden. „Das hat keine andere Kultur geschafft“, erklärte er. „Das sind Zahlen, auf die wir stolz sein dürfen!“ Dennoch bleiben weitere Ertragsreserven zu heben, denn im Vergleich mit den Sortenversuchen zeigt sich, dass auf den Praxisschlägen bisher nur 75 % des eigentlichen Ertragspotenzials der Rübe ausgenutzt wird.

Junge Projektforscherinnen und –forscher im Mittelpunkt

Die jungen Projektforscherinnen und –forscher Pascal Kremer, Jonas Fischer, Mareike Grüter und Marie Reuther stellten im ersten Veranstaltungsteil die neuesten Forschungsergebnisse in den Bereichen Klimawandel und Nematoden vor. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine frühzeitige Grundlagenforschung für eine nachhaltige Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist.

Pascal Kremer zeigte auf, dass die Zuckerrübe vom Klimawandel insbesondere auch im Vergleich zu anderen Kulturen profitieren kann, dabei aber auch neue Herausforderungen entstehen. Sein Rat an die landwirtschaftliche Praxis lautete daher: „Durch rechtzeitige Anpassungsmaßnahmen auf die Risiken einstellen und die Chancen nutzen!“ Dabei will das Projekt Zukunft Zuckerrübe die Anbauer auch weiterhin unterstützen.

Jonas Fischer belegte anhand seiner Forschungsergebnisse, dass sich im Verbandsgebiet Hessen-Pfalz bereits jetzt theoretisch vier Nematoden-Generationen pro Jahr entwickeln können. Im Zuge des Klimawandels wird hier eine weitere Zunahme prognostiziert, sodass dem Nematoden-Management zukünftig eine noch größere Bedeutung zukommt. Gleichzeitig wies Fischer darauf hin, dass die Bodentemperatur nicht alleine ausschlaggebend für die Nematodenvermehrung ist. Hier sei daher weitere Forschungsarbeit notwendig.

Mareike Grüter demonstrierte anschaulich die Bodenprobenahme und Analyse im Labor. Seit 2009 wurden im Rahmen der Projektarbeit bisher rund 8.000 Proben untersucht und dabei auch verschiedene Analysemethoden verglichen. Für eine bessere und schnellere Bodenprobenahme wurde aktuell in neue Technik investiert. Dies ermöglicht künftig eine noch höhere Flexibilität, um weitere Fragestellungen bearbeiten zu können.

Marie Reuther ließ das Publikum anschließend mit eindrucksvollen und seltenen Aufnahmen in die mikroskopische Welt der Nematoden blicken. Wo bekommt man schon mal den „Liebesakt“ zwischen Nematodenweibchen und (gleich mehreren…) Nematodenmännchen zu sehen? Darüber hinaus verglich Reuther anfällige, tolerante und resistente Zuckerrübensorten hinsichtlich Wachstum einerseits und Parasitenabwehr andererseits. Hierbei halten die toleranten Sorten am besten die Balance und zeichnen sich so durch höchste Erträge bei gleichzeitig reduzierter Nematodenvermehrung aus. Reuther empfahl daher, grundsätzlich toleranten Sorten den Vorzug gegenüber anfälligen oder auch resistenten Sorten zu geben. Gleichwohl wies sie auf die Notwendigkeit hin, die Prüfung toleranter Sorten langfristig fortzusetzen, um möglichen Resistenzbrüchen vorzubeugen. „Das wäre fatal für die Region!“ warnte Reuther eindringlich.

Greening – aber richtig!

Axel Siekmann von der ARGE Zuckerrübe Südwest gab zum Abschluss des Veranstaltungsvormittags Tipps zur Umsetzung des Greenings im praktischen Zuckerrübenbetrieb. Dabei wurde deutlich, dass der Zwischenfruchtanbau sehr komplex ist und hohe Ansprüche an das Anbauverfahren stellt. Vor der Entscheidung für eine Zwischenfruchtmischung und über deren Aussaatzeitpunkt muss in jedem Fall die Frage beantwortet werden, welche ackerbaulichen Ziele mit der Zwischenfrucht erreicht werden sollen. Unbedingt muss auch die gesamte Fruchtfolge berücksichtigt werden, um mögliche spätere Probleme in einer Folgekultur zu vermeiden. Siekmann zeigte auf, dass der Wasserverlust unter einer Zwischenfrucht grundsätzlich nicht größer sein muss als bei einer Brache; dennoch plädierte er für eine differenzierte Betrachtung: „Speziell in unserem Trockengebiet stellt sich die Frage, ob eine Zwischenfrucht mit hohem Aufwuchs nicht mehr Wasser verbraucht, als durch Regen wieder nachgeliefert werden kann.“ Siekmann sieht daher den Wasserhaushalt der Zwischenfrucht im Trockengebiet als wichtige Fragestellung der Zukunft an.

Sachkundig im Pflanzenschutz

Der Veranstaltungsnachmittag stand dann ganz im Zeichen des Pflanzenschutzes. Hier referierte zunächst Dr. Sabine Fabich vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück zur Pflanzenschutz-Sachkunde und zum Gewässerschutz. „Sie werden von Ihrer ARGE Zuckerrübe Südwest sehr gut beraten“, stellte sie fest. Bei Messungen an Kläranlagen weise man jedoch immer noch in größerem Umfang Einträge von Rübenherbiziden nach. Fabich appellierte daher an die anwesenden Anbauer, auch die Berufskollegen immer wieder zur Einhaltung der „Guten Fachlichen Praxis“ zu ermahnen. „Das Fehlverhalten Einzelner stellt hier einen ganzen Berufsstand an den Pranger, und am Ende gehen uns dadurch ggf. wichtige Mittel verloren!“ warnte sie. Wichtigster Baustein sei hier die Vermeidung einer Spritzenreinigung auf befestigten Flächen mit Abfluss in die Kanalisation. Auch vor diesem Hintergrund begrüßte Fabich ausdrücklich die vom Verband angebotene Möglichkeit, das „Forum Zukunft Zuckerrübe“ als Weiterbildungsveranstaltung zum Erhalt der Pflanzenschutz-Sachkunde zu nutzen.

Harald Bauer von der ARGE Zuckerrübe Südwest zeigte auf, dass im Pflanzenschutz bei der Zuckerrübe in vielen Bereichen bereits ein hoher Standard erreicht wurde. In Prognosemodellen, moderner Spritz- und Beiztechnik, regelmäßiger Weiterbildung der Anwender und der Nutzung von Beratungshilfen sieht er weitere Optimierungsmöglichkeiten. Konkreten Optimierungsbedarf stellte Bauer beim Resistenzmanagement, dem Umsetzen von Umweltauflagen und der Spritzenreinigung fest.

Christoph Kunz, Doktorand an der Universität Hohenheim, beleuchtete im Anschluss aktuelle und künftige Entwicklungen bei der Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau. Sein Fazit lautete: Eine nicht-chemische Unkrautkontrolle in Zuckerrüben ist möglich; besonders effektiv ist jedoch eine Mischung aus chemischen, mechanischen und biologischen Verfahren. Weitere Potenziale durch Verbesserung der Hacktechnik sieht Kunz hinsichtlich der Schlagkraft, Präzision und Arbeitserleichterung.

Projektarbeit muss weitergehen!

Die Moderatoren des Veranstaltungstages, Dr. Fred Fürstenfeld vom Bodengesundheitsdienst und Dr. Erich Jörg vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz, führten das sehr aufmerksame Publikum durch die spannenden Vorträge, Bilder und Fragen zu den verschiedenen Themenbereichen. Jörg hob als besonders positiv hervor, dass es in der bisherigen Zusammenarbeit gelungen sei, alle wesentlichen Akteure der Bundesländer im Südwesten für die Forschungsarbeit zusammenzuführen. „Die Impulse sind von der Praxis ausgegangen, und die Akteure haben sich drumherum gruppiert. Dadurch werden die Schwerpunkte zielführend für die Praxis formuliert“, zeigte sich Jörg vom Konzept des Gemeinschaftsprojektes begeistert. Er betonte daher die Notwendigkeit, den Dialog darüber in naher Zukunft fortzusetzen.

 

 

 

 

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Projektmitarbeiter Jonas Fischer mit Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft ausgezeichnet

Im Rahmen der Kuratoriumstagung am 15. Januar in Kassel zeichnete VSZ-Vorsitzender Dr. Hans-Jörg Gebhard (Bild rechts außen) Jonas Fischer (Bild links außen) mit dem Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft aus. Weitere Preisträger waren Christoph Schwaderer von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen sowie Carsten Possmann von der Fachhochschule Bingen (Bild Mitte von links).

Für seine im Rahmen des Projektes „Zukunft Zuckerrübe“ entstandene Bachelor-Arbeit wurde Jonas Fischer mit dem Förderpreis der süddeutschen Zuckerwirtschaft ausgezeichnet. Jonas Fischer ist Student am Geographischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und begleitet seit 2013 die Forschungsarbeiten im Rahmen des Projektes „Zukunft Zuckerrübe“ in Worms. Seine Bachelor-Arbeit trägt den Titel „Agrarmeteorologische Analyse und Zuckerrübenerträge in Zusammenhang mit dem Rübenzystennematodenbefall an ausgewählten Standorten in Rheinland-Pfalz“ und verknüpft die beiden Projekt-Teilbereiche „Nematoden“ und „Klimawandel“ in hervorragender Weise. Fischer zeigt darin die klimageographischen Einflüsse auf die Populationsdynamik von Rübenzystennematoden auf und diskutiert Zusammenhänge zwischen Witterung und Ertrag. Dabei baut er eine anwendungsbezogene Brücke zwischen Klimageographie / Agrargeographie und Landwirtschaft.

Der Förderpreis wurde am 15. Januar 2015 anlässlich der Kuratoriumstagung in Kassel durch den Vorsitzenden des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e.V., Dr. Hans-Jörg Gebhard, verliehen. Mit ihm werden herausragende Arbeiten zur Forschung und Entwicklung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Süddeutschland ausgezeichnet. Der Verband gratuliert Jonas Fischer sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und wünscht ihm weiterhin viel Erfolg!

 

 

 

Für die intensiven Nematodenforschungen im Rahmen des Projektes werden Bodenproben in verschiedenen Bodentiefen (0-30 cm, 30-60 cm) gezogen.
Im 2014 im Keller des Verbandshauses eingerichteten Labor werden die Bodenproben aufbereitet und mit Acetox behandelt, um einen Schlupfreiz auszulösen.
Der Vorteil der Acetox-Methode ist, dass nur lebenfsfähige Nematoden zum Schlupf angeregt und somit auch letztlich unter dem Mikroskop ausschließlich lebensfähige Nematoden gezählt werden. Weiterhin ist hier eine sehr genaue Zahlenangabe über die Befallsstärke möglich. Weitergehende Analysen werden im Labor des Bodengesundheitsdienstes in Rain am Lech durchgeführt.

  

 

 

Parallel zu den Versuchen in Süddeutschland finden auch an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie im Forschungszentrum Jülich Versuche und Untersuchungen zur Populationsdynamik von Rübenzystennematoden statt:

 

 

Biotest am Institut Bonn
Topfversuch am Campus Klein-Altendorf bei Bonn
Ausgewaschene Wurzeln zwei Wochen nach Inokulation des Topfversuches (Sorte links ohne Nematoden, Sorte rechts mit Nematoden)
Scan eines Rhizotrongefäßes zur Messung von Wurzelparametern (Forschungszentrum Jülich)

 

 

 

 

Zukunft Zuckerrübe

 

Klimawandel und Nematoden im Fokus des neuen Projektes „Zukunft Zuckerrübe“

 

Mit der Jahreshauptversammlung 2013 ist das Projekt „Zukunft Zuckerrübe“ gestartet. Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen haben auf Initiative des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. die Grundlage für ein länderübergreifendes und interdisziplinäres Forschungsprojekt geschaffen. Die Projektpartner investieren in vier Jahren insgesamt ca. eine Dreiviertelmillion in die Zukunft des Zuckerrübenanbaus.

 

Länderübergreifende Förderung und Forschung

 

Das „Gemeinschaftsprojekt zur Erhaltung und Förderung eines zukunftsfähigen Zuckerrübenanbaus in Rheinland-Pfalz 2009-2012“ konnte im Dezember 2012 erfolgreich abgeschlossen werden. Nun kann im Rahmen des neuen Projektes länderübergreifend bis zum Jahr 2016 weitergeforscht werden. Projektpartner sind dabei u.a. die Johannes-Gutenberg-Universität, Mainz, die RLP AgroScience GmbH, Neustadt, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Bad Kreuznach und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn. Von Seiten der Saatzuchtunternehmen wird die Firma Strube als Projektpartner insbesondere die Grundlagenforschung im Bereich des Projektes stärken und das Kuratorium für Versuchswesen fördernd und für Süddeutschland auch koordinierend wirken.

 

Im Zentrum der Arbeiten steht auch im neuen Projekt die vorbeugende Bekämpfung des derzeit bedeutendsten Rübenschädlings, dem Rübennematoden. Darüber hinaus wird auch das Thema „Anpassung des Zuckerrübenanbaus an den Klimawandel“ intensiv bearbeitet. Die Zuckerrübe zeigte sich in Voruntersuchungen als bestens geeignet, um den Klimawandel zu beobachten und gleichzeitig aktiv zu bewältigen. Daher haben sich Forscher diesem Bereich zugewandt und eine Doktorarbeit an der Mainzer Universität begonnen.

 

Unabhängige Forschung und Beratung für landwirtschaftliche Praxis unverzichtbar

 

Mit der Unterstützung des Projektes „Zukunft Zuckerrübe“ fördern die Ministerien in Rheinland-Pfalz und Hessen gezielt Forschung und Bildung und stellen damit entscheidend wichtige Weichen für den Zuckerrübenanbau in unserer Region. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden unmittelbar auch in der Wetterau und Südhessen genauso wie in Rheinland-Pfalz umgesetzt und bringen den Anbauern damit eine Sicherung ihrer Erträge und Qualitäten. Klimawandel und Nematodenproblematik enden nicht an Ländergrenzen. Die länderübergreifende Zusammenarbeit und Förderung wird daher auch von den fördernden Institutionen als wichtig und richtig angesehen.

 

Für die landwirtschaftlichen Betriebe bringt diese Art der Forschung und Entwicklung durch Zusammenarbeit von Universitäten, praxisnaher Forschung und Beratung sowie Industrie mehr Information und Sicherheit bei der Anwendung neuer Sorten oder Techniken. Die erreichten Fortschritte der letzten Jahre müssen unbedingt fortgesetzt werden, damit die Zuckerrübe auch unter schwierigeren Bedingungen ihre Position als wichtige und erfolgreiche Ackerkultur für unsere Betriebe behaupten kann.

 

 

Foto (v.l.): Fritz Mossel, Staatsministerin Ulrike Höfken, Verbandsgeschäftsführer Dr. Christian Lang, Verbandsvorsitzender Walter Manz

Mit der Übergabe des Förderbescheides durch Staatsministerin Ulrike Höfken am 14. März 2013 auf dem landwirtschaftlichen Betrieb Fritz Mossel ist der Startschuss für das neue Projekt „Zukunft Zuckerrübe“ gefallen.

Foto (v.l.): Walter Manz, Thomas Hellmuth (1. stellv. Vorsitzender Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V.), Staatsministerin Lucia Puttrich, Herwig Marloff

Staatsministerin Lucia Puttrich überreichte am 2. Mai 2013 in Riedstadt-Leeheim einen Förderbescheid an den Vorsitzenden des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V., Walter Manz. Als Vertreter der Wetterauer Zuckerrübenanbauer dankte auch Vorsitzender Herwig Marloff für diese Unterstützung von Forschung im Zuckerrübenanbau.

 

 

 

 

Nesterweise schwächer stehende Rübenbestände sind oftmals ein Indiz für eine bestehende Nematodenproblematik, die für den Anbauer zu drastischen ertraglichen und qualitativen Einbußen führen kann. Die bisherigen Versuchsergebnisse zeigen, dass eine vorhandene Nematodenpopulation unter nichttoleranten Standardsorten stark vermehrt wird. Resistente Sorten sind dagegen in der Lage, Nematoden zu reduzieren, weisen jedoch nur ein geringes Ertragspotenzial auf. Weiterhin besteht bei ihrem Einsatz die Gefahr einer Resistenzbrechung. Bei Nematodenbefall empfiehlt sich daher unbedingt der Einsatz toleranter Sorten. Diese zeigen in den Versuchen bei hohem Ausgangsbefall keine bzw. nur geringe Vermehrungseigenschaften und überzeugen vor allem mit sehr guten Ertragsleistungen auch unter Befallsbedingungen. Gleichzeitig ist jedoch auch eine Bekämpfung der Nematoden in der Fruchtfolge durch ein effektives Unkrautmanagement unerlässlich.

 

Pascal Kremer

Pascal Kremer studiert an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Geografie und bearbeitet als Doktorand den Teilbereich „Klimawandel“ innerhalb des Projektes „Zukunft Zuckerrübe“. Er konnte bereits im Rahmen des „Forums Zukunftsprojekt Zuckerrübe“ im Februar 2012 eindrucksvoll darlegen, dass der Klimawandel schon in vollem Gange ist; seine negativen Auswirkungen werden bislang jedoch noch durch den Züchtungsfortschritt überkompensiert. Grundsätzlich birgt der Klimawandel durchaus auch positive Aspekte für die Rübe: So ermöglicht er eine tendenziell frühere Aussaat, und die Pflanze kann von höheren Temperaturen in der Frühphase sowie höheren Niederschlagssummen in der Spätphase der Vegetationsperiode profitieren. Ebenfalls positiv wirkt sich die Erhöhung der CO2-Konzentration auf die Rübe aus, die dadurch eine höhere Photosyntheseleistung erbringen kann. Auf der Negativseite der Bilanz stehen jedoch geringere Niederschlagssummen in der Hauptwachstumsphase, die die Rübe in Verbindung mit höheren Temperaturen einem verstärkten Trockenstress aussetzen. Um dem entgegen zu wirken, werden hohe Aufwendungen für Energie bzw. künstliche Bewässerung nötig sein. Höhere Kosten entstehen ebenfalls durch einen erhöhten Schädlingsdruck.

 

 

Staatsministerin Ulrike Höfken

Staatsministerin Ulrike Höfken erklärte anlässlich der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Worms: "Ich sehe das Projekt als eine wichtige und notwendige Begleitung für die derzeitige Reformdiskussion über die Zuckermarktordnung an. Das Projekt soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Erzeuger und die Nachhaltigkeit des Zuckerrübenanbaus zu stärken."

 

 

 

 

 

 

 

Der verstärkte Anbau nematodentoleranter Sorten, der durch die Projektarbeit forciert werden konnte, hat wesentlich zu einer nie dagewesenen Ertrags- und Qualitätsstabilität im Verbandsgebiet beigetragen. So konnten die hessisch-pfälzischen Zuckerrübenanbauer 2012 bereits im vierten Jahr in Folge einen durchschnittlichen Hektarertrag um 70 Tonnen erzielen.

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